Mit einer 360°-Kamera und der Matterport-App kann theoretisch jede Person einen begehbaren Rundgang aufnehmen. In der Praxis braucht es neben der Ausrüstung technisches Know-how, Einarbeitungszeit und Übung – erst recht, wenn der Rundgang ein Inserat tragen soll. Was das kostet, wie genau es wird und wann sich der Profi lohnt – mit den offiziellen Matterport-Zahlen.
Die Ausrüstung ist der einfachste Teil. Den Unterschied machen Know-how und Übung – sie entscheiden, ob ein Rundgang nur funktioniert oder ob er ein Inserat trägt.
360°-Kamera, Stativ, App und Abo. Schnell erledigt – das schafft jede Person.
Standpunkte planen, Licht und Fenster beherrschen, Scans korrekt ausrichten, das Modell nachbearbeiten. Ohne Technikaffinität wird es zäh.
Bis ein Rundgang vermarktbar ist – lückenlos, hell und sauber ausgerichtet –, rechnen wir mit 50 bis 200 Stunden.
Erfahrungswert von RoomView360. Für einen privaten Rundgang der eigenen Wohnung genügen oft die ersten beiden Stufen; für einen Rundgang, der vermieten oder verkaufen soll, braucht es alle drei – oder einen Profi.
| Posten | Was es braucht | Kosten (Stand September 2026) |
|---|---|---|
| 360°-Kamera | Ein Modell von der Matterport-Liste, etwa aktuelle Ricoh-Theta- oder Insta360-Modelle. Nicht gelistete Kameras funktionieren nur über den Umweg „Import 360“. | ab rund CHF 300 im Schweizer Onlinehandel |
| Stativ | Matterport empfiehlt die Aufnahme ab Stativ. Freihändig oder am Selfie-Stick sinkt die Qualität, und die aufnehmende Person ist im Bild. | je nach Modell |
| Matterport-App | Für iOS und Android, steuert die Kamera und setzt die Scans zusammen. | kostenlos |
| Abo | Free: 1 aktiver Rundgang, Aufnahmen einer 360°-Kamera nicht öffentlich teilbar. Starter 5: bis 5 aktive Rundgänge, Teilen und Einbetten möglich. | Starter 5: 13 Euro pro Monat oder 132 Euro pro Jahr |
| Grundriss | Schematischer Grundriss von Matterport, pro Plan bestellt. | 20 Euro im Starter-, 15 Euro im Professional-Tarif |
| Zeit | Pro Raum mehrere Standpunkte: laut Matterport zwei für einen kleinen, vier bis fünf für einen grösseren Raum. | Ihre eigene |
| Übung | Bis Rundgänge vermarktbar sind: lückenlos, gut ausgeleuchtet, korrekt ausgerichtet und nachbearbeitet. | 50 bis 200 Stunden (Erfahrungswert RoomView360) |
Der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird, ist das Abo: Der Rundgang bleibt nur online, solange ein Tarif ihn aktiv hält. Läuft das Abo aus, funktioniert der Link nirgends mehr. Mehr dazu im Beitrag Was ein virtueller Rundgang kostet.
Eine 360°-Kamera misst keine Tiefe. Matterport berechnet die Raumgeometrie mit einer KI (Cortex) aus den Panoramabildern. Kameras mit aktivem Tiefensensor wie die Matterport Pro2 oder Pro3 messen dagegen direkt. Auch RoomView360 arbeitet mit einer 360°-Kamera – die Werte unten gelten also ebenso für unsere Rundgänge.
| Aufnahmegerät | Raummasse im Modell, laut Matterport |
|---|---|
| Kamera mit aktivem Tiefensensor (Matterport Pro2, Pro3) | im Schnitt innerhalb von 1 % |
| 360°-Kamera oder Smartphone mit Axis-Halterung | im Schnitt innerhalb von 4 bis 5 % |
| Smartphone freihändig | stark abhängig von der Drehbewegung der Hand |
In einem Vergleichstest mit zehn Aufnahmearten im selben Schlafzimmer lagen die meisten Wand-zu-Wand-Messungen innerhalb von 2 bis 3 % (Matterport, Stand April 2026). Für Inserat, Besichtigungsvorbereitung und Möblierungsplanung reicht das. Für Mietvertrag, Stockwerkeigentum oder Baueingabe reicht es nicht – dafür braucht es einen bemassten Plan. Warum, steht im Beitrag Flächen im Scan-Grundriss.
Eine weitere Grenze: Für Modelle mit Aufnahmen einer 360°-Kamera bietet Matterport keine Punktwolke (E57), keine BIM- und keine CAD-Datei an.
Nicht jeder „360°-Rundgang“ ist ein 3D-Modell. Eine Panoramatour verbindet einzelne 360°-Fotos, man springt von Standpunkt zu Standpunkt. Ein 3D-Rundgang enthält zusätzlich ein räumliches Modell der Wohnung.
| Merkmal | 360°-Panoramatour | 3D-Rundgang (z. B. Matterport) |
|---|---|---|
| Bewegung | Sprung von Foto zu Foto | freies Gehen durch das Modell |
| Dollhouse-Ansicht | nein | ja |
| Messen im Browser | in der Regel nein | ja, mit den genannten Abweichungen |
| Grundriss aus der Aufnahme | nein | ja, automatisch oder gezeichnet |
| Selbermachen reicht, wenn … | Ein Profi lohnt sich, wenn … |
|---|---|
| es um ein einzelnes, eigenes Objekt geht | mehrere Objekte oder regelmässige Aufträge anstehen |
| Zeit für Einarbeitung und einen zweiten Versuch da ist | der Termin sitzen muss, weil die Wohnung bewohnt oder nur kurz zugänglich ist |
| der Rundgang privat oder zur Information dient | der Rundgang ein Inserat tragen und verkaufen soll |
| ein automatischer Grundriss genügt | ein gezeichneter oder bemasster Plan und separate Fotos gebraucht werden |
| Sie das Abo selbst verwalten wollen | Hosting, Einbettung und Verlängerung ohne eigenes Abo laufen sollen |
Rechenbeispiel für ein einzelnes Objekt: Kamera ab rund CHF 300, dazu 132 Euro für ein Jahr Starter-Abo und 20 Euro für den Grundriss – zusammen rund CHF 440, noch ohne Stativ und ohne Ihre Zeit. Unser Basic-Paket kostet CHF 390 für Objekte bis 100 m², mit Rundgang, 2D-Grundriss, 6 Standbildern und 12 Monaten Hosting. Für Makler und Verwaltungen mit laufenden Objekten zählt vor allem die Zeit: Aufnahme, Nachbearbeitung, Abo-Verwaltung und Terminabsprachen fallen bei jedem Objekt neu an.
Weil nicht die Kamera den Rundgang macht, sondern das Know-how: Standpunkte planen, Licht beherrschen, Scans korrekt ausrichten und das Modell nachbearbeiten. Dazu kommen Termine, Abo und fehlende Bausteine wie separate Fotos oder ein gezeichneter Grundriss. Ein Profi liefert Rundgang, Grundriss und Bilder aus einem Termin, zum Festpreis und innert 48 Stunden – für ein Inserat, das vermieten oder verkaufen soll, ist das fast immer die bessere Wahl.
Einen ersten Rundgang nimmt man nach kurzer Einarbeitung auf. Bis die Ergebnisse so gut sind, dass sich ein Rundgang vermarkten lässt – lückenlos, gut ausgeleuchtet, korrekt ausgerichtet und nachbearbeitet –, braucht es aus unserer Erfahrung 50 bis 200 Stunden Übung. Wie schnell es geht, hängt stark von der eigenen Technikaffinität ab.
Ja. Die Matterport-App nimmt auch mit dem Smartphone auf; iPhones und iPads mit LiDAR-Sensor messen dabei einen Teil der Tiefe direkt, der Rest wird berechnet. Freihändig hängt die Qualität stark von der Drehbewegung ab, Matterport empfiehlt dafür die Halterung Axis. Im Gratis-Tarif sind Smartphone-Aufnahmen die einzigen, die sich öffentlich teilen lassen.
Offiziell unterstützt sind laut Matterport (Stand 2. September 2026) Ricoh Theta A1, X, Z1, V und SC2 sowie Insta360 X5, X4, X3, One RS, One RS 1 inch, One X2, One X und das 360-Modul der One R. Andere 360°-Kameras funktionieren nur über den Umweg, die Bilder mit der Kamera-App aufzunehmen und mit „Import 360“ hochzuladen.
Der Gratis-Tarif erlaubt einen aktiven Rundgang, Aufnahmen einer 360°-Kamera lassen sich darin aber nicht öffentlich teilen. Der kleinste bezahlte Tarif, Starter 5, kostet 13 Euro pro Monat oder 132 Euro pro Jahr für bis zu fünf aktive Rundgänge (Matterport-Preisliste, Stand Juli 2026). Ein schematischer Grundriss kostet im Starter-Tarif zusätzlich 20 Euro.
Laut Matterport liegen Raummasse bei Aufnahmen mit einer 360°-Kamera im Schnitt innerhalb von 4 bis 5 % des tatsächlichen Werts, bei Kameras mit aktivem Tiefensensor innerhalb von 1 %. Für Inserat und Planung genügt das, für Mietvertrag, Stockwerkeigentum oder Baueingabe nicht.
Meist nicht. Kamera, ein Jahr Starter-Abo und Grundriss kosten zusammen rund CHF 440, dazu kommen Stativ und Einarbeitungszeit. RoomView360 verlangt für einen Rundgang mit 2D-Grundriss, 6 Standbildern und 12 Monaten Hosting CHF 390 bei Objekten bis 100 m². Wer laufend Objekte vermarktet, sollte vor allem mit dem Zeitaufwand pro Objekt rechnen, nicht nur mit dem Kaufpreis der Kamera.
Beschreiben Sie Ihre Liegenschaft. Wir melden uns am selben Werktag mit einer Festpreis-Offerte und einem Drehtermin. Keine Callcenter, kein Verkaufsdruck.