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3D-Rundgang selber erstellen oder machen lassen: Was eine 360°-Kamera kann – und was nicht

Mit einer 360°-Kamera und der Matterport-App kann theoretisch jede Person einen begehbaren Rundgang aufnehmen. In der Praxis braucht es neben der Ausrüstung technisches Know-how, Einarbeitungszeit und Übung – erst recht, wenn der Rundgang ein Inserat tragen soll. Was das kostet, wie genau es wird und wann sich der Profi lohnt – mit den offiziellen Matterport-Zahlen.

Veröffentlicht am 24. September 2026 · aktualisiert am 5. Oktober 2026 · von David Graune, RoomView360
Kurzantwort: Theoretisch ja – jede Person kann mit einer 360°-Kamera einen 3D-Rundgang aufnehmen. So einfach, wie es oft wirkt, ist es aber nicht: Neben der Ausrüstung braucht es technisches Know-how, Einarbeitungszeit und eine gewisse Technikaffinität. Soll der Rundgang professionell wirken und sich vermarkten lassen, kommt Übung dazu – aus unserer Erfahrung 50 bis 200 Stunden, bis die Ergebnisse wirklich gut sind. Zur Ausrüstung gehören eine von Matterport unterstützte 360°-Kamera (im Schweizer Onlinehandel ab rund CHF 300), ein Stativ, die kostenlose Matterport-App und ein Abo ab 13 Euro pro Monat – im Gratis-Tarif lassen sich Aufnahmen einer 360°-Kamera nicht öffentlich teilen. Raummasse liegen bei 360°-Kameras laut Matterport im Schnitt innerhalb von 4 bis 5 % des tatsächlichen Werts. Schon ohne Ihre Zeit kostet Selbermachen für ein einzelnes Objekt mit Kamera, einem Jahr Abo und Grundriss rund CHF 440 – mehr als unser Basic-Paket mit CHF 390. Unsere Einschätzung: Für ein Inserat, das vermieten oder verkaufen soll, ist der Profi fast immer die bessere Wahl – ein misslungener Rundgang kostet mehr Zeit, als die Kamera spart.

Kaufen, lernen, üben: Was ein guter 3D-Rundgang braucht

Die Ausrüstung ist der einfachste Teil. Den Unterschied machen Know-how und Übung – sie entscheiden, ob ein Rundgang nur funktioniert oder ob er ein Inserat trägt.

  1. 1 · Kaufen

    360°-Kamera, Stativ, App und Abo. Schnell erledigt – das schafft jede Person.

  2. 2 · Lernen

    Standpunkte planen, Licht und Fenster beherrschen, Scans korrekt ausrichten, das Modell nachbearbeiten. Ohne Technikaffinität wird es zäh.

  3. 3 · Üben50–200 h

    Bis ein Rundgang vermarktbar ist – lückenlos, hell und sauber ausgerichtet –, rechnen wir mit 50 bis 200 Stunden.

Erfahrungswert von RoomView360. Für einen privaten Rundgang der eigenen Wohnung genügen oft die ersten beiden Stufen; für einen Rundgang, der vermieten oder verkaufen soll, braucht es alle drei – oder einen Profi.

Was Selbermachen wirklich kostet – ausser der Kamera

  • Einarbeitung: App, Kamera-Einstellungen, Standpunkte und Nachbearbeitung wollen gelernt sein. Diese Stunden fallen an, bevor überhaupt ein brauchbarer Rundgang entsteht.
  • Zweite Termine: Fehlt ein Raum oder sitzt ein Scan falsch, müssen Sie nochmals hin. In einer bewohnten Wohnung heisst das: erneut ankündigen, mindestens 24 bis 48 Stunden im Voraus – siehe Besichtigung der Mietwohnung.
  • Laufendes Abo: Der Rundgang bleibt nur online, solange Sie zahlen. Wer das Abo vergisst, hat einen toten Link im Inserat.
  • Fehlende Bausteine: Separate Fotos, ein gezeichneter Grundriss oder Drohnenbilder entstehen dabei nicht – sie kosten einen weiteren Termin oder einen weiteren Anbieter.
  • Falsche Flächenangaben: Wer m²-Zahlen aus dem eigenen Scan ins Inserat übernimmt, wird darauf behaftet. Was die Zahl hergibt und was nicht, steht in Flächen im Scan-Grundriss.
  • Der erste Eindruck: Der Rundgang ist oft das Erste, was Interessierte vom Objekt sehen. Ein verwackelter oder lückenhafter Rundgang wirkt schlechter als gar keiner.

Häufige Fehler beim Selbermachen

  • Zu wenige Standpunkte. Wände weit weg von der Kamera werden nur lückenhaft erfasst und im Modell unruhig. Die Minikarte in der App zeigt, wo Scans fehlen.
  • Falsch zugeordnete Scans. Ein Scan am falschen Ort verzerrt Räume und Masse. Direkt vor Ort prüfen und korrigieren – später geht es nicht mehr.
  • Freihändig statt Stativ. Bewegungsunschärfe und eine Person im Bild; Matterport stuft solche Modelle als weniger genau ein.
  • Spiegel, Glas, glänzende Flächen. Sie werden oft nicht als Fläche erkannt. Masse an solchen Stellen sind unzuverlässig.
  • Nicht vorbereitete Räume. Was herumliegt, ist im Rundgang für alle sichtbar. In bewohnten Wohnungen braucht es zudem die Einwilligung der Mieterschaft – siehe Fotos in bewohnten Mietwohnungen.

Was ein professioneller Rundgang zusätzlich liefert

  • Know-how statt Einarbeitung: Standpunkte planen, Licht und Fenster im Griff haben, Scans korrekt ausrichten, Modell und Grundriss nachbearbeiten – das ist technisches Handwerk. Die Kamera ist schnell gekauft; bis ein Rundgang sauber sitzt, braucht es Übung und meist mehrere Versuche.
  • Ein Termin für alles: Rundgang, Standbilder, Grundriss und auf Wunsch Drohne in derselben Aufnahme.
  • Separate HDR-Fotos ab dem Pro-Paket – nicht aus dem 3D-Modell extrahiert.
  • Gezeichnete Pläne: Reinzeichnung im Premium-Paket, bemasster Plan als Add-on – siehe Grundrisse.
  • Bewohnte Wohnungen: Ankündigung und Einwilligung der Mieterschaft sauber geregelt – siehe Bewohnte Objekte.
  • Lieferung innert 48 Stunden nach dem Dreh, zum Festpreis.
  • Hosting ohne eigenes Abo: 12, 24 oder 36 Monate inklusive, Link und Einbett-Code in jedem Paket.

Was Sie brauchen, um einen 3D-Rundgang selbst zu erstellen

PostenWas es brauchtKosten (Stand September 2026)
360°-KameraEin Modell von der Matterport-Liste, etwa aktuelle Ricoh-Theta- oder Insta360-Modelle. Nicht gelistete Kameras funktionieren nur über den Umweg „Import 360“.ab rund CHF 300 im Schweizer Onlinehandel
StativMatterport empfiehlt die Aufnahme ab Stativ. Freihändig oder am Selfie-Stick sinkt die Qualität, und die aufnehmende Person ist im Bild.je nach Modell
Matterport-AppFür iOS und Android, steuert die Kamera und setzt die Scans zusammen.kostenlos
AboFree: 1 aktiver Rundgang, Aufnahmen einer 360°-Kamera nicht öffentlich teilbar. Starter 5: bis 5 aktive Rundgänge, Teilen und Einbetten möglich.Starter 5: 13 Euro pro Monat oder 132 Euro pro Jahr
GrundrissSchematischer Grundriss von Matterport, pro Plan bestellt.20 Euro im Starter-, 15 Euro im Professional-Tarif
ZeitPro Raum mehrere Standpunkte: laut Matterport zwei für einen kleinen, vier bis fünf für einen grösseren Raum.Ihre eigene
ÜbungBis Rundgänge vermarktbar sind: lückenlos, gut ausgeleuchtet, korrekt ausgerichtet und nachbearbeitet.50 bis 200 Stunden (Erfahrungswert RoomView360)

Der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird, ist das Abo: Der Rundgang bleibt nur online, solange ein Tarif ihn aktiv hält. Läuft das Abo aus, funktioniert der Link nirgends mehr. Mehr dazu im Beitrag Was ein virtueller Rundgang kostet.

Wie genau wird ein Rundgang mit 360°-Kamera?

Eine 360°-Kamera misst keine Tiefe. Matterport berechnet die Raumgeometrie mit einer KI (Cortex) aus den Panoramabildern. Kameras mit aktivem Tiefensensor wie die Matterport Pro2 oder Pro3 messen dagegen direkt. Auch RoomView360 arbeitet mit einer 360°-Kamera – die Werte unten gelten also ebenso für unsere Rundgänge.

AufnahmegerätRaummasse im Modell, laut Matterport
Kamera mit aktivem Tiefensensor (Matterport Pro2, Pro3)im Schnitt innerhalb von 1 %
360°-Kamera oder Smartphone mit Axis-Halterungim Schnitt innerhalb von 4 bis 5 %
Smartphone freihändigstark abhängig von der Drehbewegung der Hand

In einem Vergleichstest mit zehn Aufnahmearten im selben Schlafzimmer lagen die meisten Wand-zu-Wand-Messungen innerhalb von 2 bis 3 % (Matterport, Stand April 2026). Für Inserat, Besichtigungsvorbereitung und Möblierungsplanung reicht das. Für Mietvertrag, Stockwerkeigentum oder Baueingabe reicht es nicht – dafür braucht es einen bemassten Plan. Warum, steht im Beitrag Flächen im Scan-Grundriss.

Eine weitere Grenze: Für Modelle mit Aufnahmen einer 360°-Kamera bietet Matterport keine Punktwolke (E57), keine BIM- und keine CAD-Datei an.

360°-Panoramatour oder echter 3D-Rundgang?

Nicht jeder „360°-Rundgang“ ist ein 3D-Modell. Eine Panoramatour verbindet einzelne 360°-Fotos, man springt von Standpunkt zu Standpunkt. Ein 3D-Rundgang enthält zusätzlich ein räumliches Modell der Wohnung.

Merkmal360°-Panoramatour3D-Rundgang (z. B. Matterport)
BewegungSprung von Foto zu Fotofreies Gehen durch das Modell
Dollhouse-Ansichtneinja
Messen im Browserin der Regel neinja, mit den genannten Abweichungen
Grundriss aus der Aufnahmeneinja, automatisch oder gezeichnet

Wann Selbermachen reicht – und wann sich ein Profi lohnt

Selbermachen reicht, wenn …Ein Profi lohnt sich, wenn …
es um ein einzelnes, eigenes Objekt gehtmehrere Objekte oder regelmässige Aufträge anstehen
Zeit für Einarbeitung und einen zweiten Versuch da istder Termin sitzen muss, weil die Wohnung bewohnt oder nur kurz zugänglich ist
der Rundgang privat oder zur Information dientder Rundgang ein Inserat tragen und verkaufen soll
ein automatischer Grundriss genügtein gezeichneter oder bemasster Plan und separate Fotos gebraucht werden
Sie das Abo selbst verwalten wollenHosting, Einbettung und Verlängerung ohne eigenes Abo laufen sollen

Rechenbeispiel für ein einzelnes Objekt: Kamera ab rund CHF 300, dazu 132 Euro für ein Jahr Starter-Abo und 20 Euro für den Grundriss – zusammen rund CHF 440, noch ohne Stativ und ohne Ihre Zeit. Unser Basic-Paket kostet CHF 390 für Objekte bis 100 m², mit Rundgang, 2D-Grundriss, 6 Standbildern und 12 Monaten Hosting. Für Makler und Verwaltungen mit laufenden Objekten zählt vor allem die Zeit: Aufnahme, Nachbearbeitung, Abo-Verwaltung und Terminabsprachen fallen bei jedem Objekt neu an.

FAQ

Fragen und Antworten

Warum einen Profi beauftragen, wenn man die Kamera kaufen kann?

Weil nicht die Kamera den Rundgang macht, sondern das Know-how: Standpunkte planen, Licht beherrschen, Scans korrekt ausrichten und das Modell nachbearbeiten. Dazu kommen Termine, Abo und fehlende Bausteine wie separate Fotos oder ein gezeichneter Grundriss. Ein Profi liefert Rundgang, Grundriss und Bilder aus einem Termin, zum Festpreis und innert 48 Stunden – für ein Inserat, das vermieten oder verkaufen soll, ist das fast immer die bessere Wahl.

Wie lange dauert es, bis man selbst gute 3D-Rundgänge erstellt?

Einen ersten Rundgang nimmt man nach kurzer Einarbeitung auf. Bis die Ergebnisse so gut sind, dass sich ein Rundgang vermarkten lässt – lückenlos, gut ausgeleuchtet, korrekt ausgerichtet und nachbearbeitet –, braucht es aus unserer Erfahrung 50 bis 200 Stunden Übung. Wie schnell es geht, hängt stark von der eigenen Technikaffinität ab.

Kann ich einen 3D-Rundgang mit dem Smartphone erstellen?

Ja. Die Matterport-App nimmt auch mit dem Smartphone auf; iPhones und iPads mit LiDAR-Sensor messen dabei einen Teil der Tiefe direkt, der Rest wird berechnet. Freihändig hängt die Qualität stark von der Drehbewegung ab, Matterport empfiehlt dafür die Halterung Axis. Im Gratis-Tarif sind Smartphone-Aufnahmen die einzigen, die sich öffentlich teilen lassen.

Welche 360°-Kameras funktionieren mit Matterport?

Offiziell unterstützt sind laut Matterport (Stand 2. September 2026) Ricoh Theta A1, X, Z1, V und SC2 sowie Insta360 X5, X4, X3, One RS, One RS 1 inch, One X2, One X und das 360-Modul der One R. Andere 360°-Kameras funktionieren nur über den Umweg, die Bilder mit der Kamera-App aufzunehmen und mit „Import 360“ hochzuladen.

Was kostet Matterport pro Monat?

Der Gratis-Tarif erlaubt einen aktiven Rundgang, Aufnahmen einer 360°-Kamera lassen sich darin aber nicht öffentlich teilen. Der kleinste bezahlte Tarif, Starter 5, kostet 13 Euro pro Monat oder 132 Euro pro Jahr für bis zu fünf aktive Rundgänge (Matterport-Preisliste, Stand Juli 2026). Ein schematischer Grundriss kostet im Starter-Tarif zusätzlich 20 Euro.

Wie genau sind Masse aus einem selbst erstellten Rundgang?

Laut Matterport liegen Raummasse bei Aufnahmen mit einer 360°-Kamera im Schnitt innerhalb von 4 bis 5 % des tatsächlichen Werts, bei Kameras mit aktivem Tiefensensor innerhalb von 1 %. Für Inserat und Planung genügt das, für Mietvertrag, Stockwerkeigentum oder Baueingabe nicht.

Lohnt sich eine eigene 360°-Kamera für einen einzigen Verkauf?

Meist nicht. Kamera, ein Jahr Starter-Abo und Grundriss kosten zusammen rund CHF 440, dazu kommen Stativ und Einarbeitungszeit. RoomView360 verlangt für einen Rundgang mit 2D-Grundriss, 6 Standbildern und 12 Monaten Hosting CHF 390 bei Objekten bis 100 m². Wer laufend Objekte vermarktet, sollte vor allem mit dem Zeitaufwand pro Objekt rechnen, nicht nur mit dem Kaufpreis der Kamera.

Quellen

  • Matterport-Support, „Supported 360° Spherical Cameras“, Stand 2. September 2026: support.matterport.com
  • Matterport-Support, Preisliste mit Tarifen und Zusatzleistungen, Stand 29. Juli 2026: support.matterport.com
  • Matterport-Support, „Measurement Accuracy in Matterport Spaces“, Stand 17. April 2026: support.matterport.com
  • Matterport, Tarifübersicht: matterport.com/plans
  • Kamerapreis: Schweizer Onlinehandel, abgerufen am 24. September 2026
Preise von Matterport und Kamerahändlern ändern sich laufend; massgebend ist immer das Angebot des jeweiligen Anbieters. Matterport weist Preise in US-Dollar, Euro und weiteren Währungen aus, nicht in Franken. Preisstand: 24. September 2026. Beitrag aktualisiert am 5. Oktober 2026.
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