Auf Ihrem Tisch liegt ein Grundriss mit einer m²-Zahl, die aus einem Gerät stammt. Was hat das Gerät gemessen, wie genau, und wofür dürfen Sie die Zahl verwenden?
Drei verschiedene Dinge werden „Matterport-Grundriss“ genannt, und sie unterscheiden sich erheblich:
Das ist der Kern, und es ist kein Genauigkeitsproblem, sondern ein Definitionsunterschied. Auch eine perfekt genaue Messung ergäbe keine SIA-Fläche.
Matterport bietet als Flächenstandard ausschliesslich RICS und ANSI an. Auf die Frage nach länderspezifischen Vorgaben antwortet die Dokumentation wörtlich: „We currently do not support country-specific requirements.“ Eine SIA-416-Option existiert nicht — es gibt also nicht einmal den Versuch der Konformität.
Entscheidend ist, wo gemessen wird. Der RICS-Standard misst zur Innenkante der Aussenwände, rechnet die Innenwände aber mit. SIA 416 kennt demgegenüber zwei Geschossflächen: eine mit sämtlichen Konstruktionsflächen und eine ohne jede. Die Scan-Zahl liegt zwischen beiden und entspricht keiner von ihnen.
Einen Umrechnungsfaktor gibt es nicht, weil die Differenz von der individuellen Innenwandkonfiguration abhängt. Eine Zahl aus dem Scan lässt sich deshalb weder als Nettogeschossfläche noch als Geschossfläche nach SIA 416 ausweisen.
Ein Scanner erfasst sichtbare Oberflächen. Alles andere wird gezeichnet, interpoliert oder angenommen — und genau dort entstehen die Abweichungen:
| Fall | Was passiert |
|---|---|
| Wandstärken | Nicht gemessen, sondern gezeichnet. Zwischen zwei gescannten Räumen ableitbar — an einer Aussenwand oder zum nicht gescannten Nachbarn prinzipiell nicht. Matterport bietet ersatzweise eine Pauschale von 15,24 cm für den ganzen Gebäudeumfang an. Eine Pauschale ist keine Messung. |
| Dachschrägen | Der anrechenbare Bereich wird aus dem rekonstruierten Deckenmodell abgeleitet — dort, wo der Scan am schwächsten ist, weil die Kamera auf Stativhöhe steht und die Schräge flach trifft. Kleine Fehler in der Neigung verschieben die Grenzlinie überproportional. Dachgeschosse sind der fehleranfälligste Fall. |
| Einbauschränke | Nur die Front wird erfasst, der Innenraum nie. Ob die Tiefe zur Fläche zählt, ist eine Zeichenentscheidung, keine Messung. |
| Möblierte Räume | Jede von Möbeln verdeckte Wandpartie wird interpoliert — die Wandlinie hinter Sofa und Schrank ist gerechnet, nicht gesehen. |
| Nicht gescannte Räume | Keller, Estrich und Technikräume werden bei einem Vermarktungsscan meist bewusst ausgelassen. Sie fehlen dann auch in jeder abgeleiteten Summe. |
| Glas und Spiegel | Reflektierende und transparente Flächen liefern unzuverlässige Messpunkte. |
Matterport veröffentlicht Genauigkeitswerte für Einzelscans unter Laborbedingungen — etwa ±20 mm auf 10 m für die Pro3-Kamera — und schränkt sie im selben Abschnitt selbst ein: Diese Angaben bedeuten nicht, dass jede Messung im fertigen Modell diese Werte erreicht.
Unsere eigene Angabe und worauf sie beruht. Wir nennen 2 bis 3 % auf eine Wand-zu-Wand-Strecke, gemessen im Rundgang (Stand 2026). Wir arbeiten mit einer 360°-Kamera; die Tiefe berechnet Matterport per KI aus den Bildern. Für diese Aufnahmeart nennt Matterport im Schnitt eine Abweichung innerhalb von 4 bis 5 %; in einem Vergleichstest lagen die meisten Wand-zu-Wand-Messungen innerhalb von 2 bis 3 %. Unsere eigene Kontrollmessung ergab 3 bis 5 cm auf 2,5 m, also rund 1 bis 2 %. Einzelne Messungen können trotzdem stärker abweichen. Es sind ausdrücklich keine exakten Masswerte. Wechseln wir auf eine Kamera mit aktivem Tiefensensor, passen wir die Angabe an.
Zum Vergleich: Im Schweizer Markt finden sich Formulierungen wie „extrem genau“ oder „ca. 98 %“ — beides ohne Bezugsgrösse, ohne Stichprobe und ohne Stand. Eine Prozentzahl ohne die Angabe, worauf sie sich bezieht, ist nicht überprüfbar.
| Geeignet für | Nicht geeignet für |
|---|---|
| Inserat und Vermarktung Besichtigungsvorbereitung Möblierungs- und Umzugsplanung Vorbereitung eines Handwerker-Aufmasses Dokumentation des Ausbaustands Entwurf eines Bewirtschaftungsplans |
Flächenangabe im Miet- oder Kaufvertrag Nebenkosten- und Flächenschlüssel Wertquoten im Stockwerkeigentum Baueingabe, anrechenbare Geschossfläche alles, was auf der amtlichen Vermessung beruht |
Für die rechte Spalte liefern wir auf Wunsch einen bemassten PDF-Plan im Massstab 1:100. Auch der ersetzt keine amtliche Vermessung — er ist die Grundlage, auf der eine fachlich zuständige Stelle aufsetzen kann.
Für die Wohnfläche gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Definition — kein Gegenstück zur deutschen Wohnflächenverordnung. Es gibt auch kein Berufsmonopol: Verbindlich wird eine Fläche nicht durch den Titel der messenden Person, sondern durch das Dokument, in dem sie steht.
Wer eine Fläche nennt, wird darauf behaftet — und die Gegenpartei muss nicht nachmessen. Das Bundesgericht hat in 4A_108/2019 (Urteil vom 22. Januar 2020) festgehalten, dass eine Abweichung von rund 4 % im Grundsatz nicht als objektiv wesentlicher Irrtum gilt. Im konkreten Fall bejahte es einen Grundlagenirrtum dennoch — weil die Vermieterschaft exakte Flächen in den Vertrag geschrieben und den Mietzins danach bemessen hatte.
Daraus folgt die praktische Regel, nach der wir arbeiten: Eine Scan-Zahl ersetzt nie die vertragliche Flächenangabe. Deshalb liefern wir sie als Vermarktungsgrundlage — und deklarieren sie auch so.
Zum Übernehmen in Exposé oder Grundrisslegende, wenn Sie unsere Pläne weiterverwenden:
Nein. Matterport bietet als Flächenstandard ausschliesslich RICS und ANSI an und schreibt zur Frage nach länderspezifischen Vorgaben wörtlich: „We currently do not support country-specific requirements.“ Der RICS-Standard misst zur Innenkante der Aussenwände, rechnet Innenwände aber mit. SIA 416 kennt demgegenüber eine Geschossfläche mit sämtlichen Konstruktionsflächen und eine Nettogeschossfläche ohne jede Konstruktionsfläche. Die Scan-Zahl liegt zwischen beiden und entspricht keiner von ihnen. Das ist kein Genauigkeitsproblem, sondern ein Definitionsunterschied: Auch eine perfekt genaue Messung ergäbe keine SIA-Fläche.
RoomView360 gibt für Messungen im Rundgang 2 bis 3 Prozent auf eine Wand-zu-Wand-Strecke an (Stand 2026). Die Angabe beruht auf einer eigenen Kontrollmessung und einem Vergleichstest von Matterport, in dem die meisten Wand-zu-Wand-Messungen innerhalb von 2 bis 3 % lagen. Für Aufnahmen mit einer 360°-Kamera nennt Matterport im Schnitt 4 bis 5 %; einzelne Messungen können also stärker abweichen. Es sind ausdrücklich keine exakten Masswerte.
Als Vermarktungsgrundlage: Inserat, Besichtigungsvorbereitung, Möblierungs- und Umzugsplanung, Vorbereitung eines Handwerker-Aufmasses, Dokumentation des Ausbaustands. Nicht geeignet ist sie für vertragliche Flächenangaben im Miet- oder Kaufvertrag, für Nebenkosten- und Flächenschlüssel, für Wertquoten im Stockwerkeigentum, für Baueingaben und anrechenbare Geschossflächen sowie für alles, was auf der amtlichen Vermessung beruht.
Weil ein Scanner nur sichtbare Oberflächen erfasst. Zwischen zwei gescannten Räumen lässt sich eine Wandstärke ableiten; an einer Aussenwand oder zu einem nicht gescannten Nachbarraum ist sie aus einem einseitigen Scan prinzipiell nicht bestimmbar. Matterport bietet dafür ersatzweise eine pauschale Annahme von 15,24 cm für den gesamten Gebäudeumfang an. Eine Pauschale ist keine Messung — deshalb lässt sich aus einem Scan-Grundriss keine Konstruktions- oder Geschossfläche ermitteln.
Für die Wohnfläche gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Definition und kein Berufsmonopol. Verbindlich wird eine Fläche nicht durch den Titel der messenden Person, sondern durch das Dokument, in dem sie steht — den Miet- oder Kaufvertrag. Wer eine Fläche nennt, wird darauf behaftet. Das Bundesgericht hat in 4A_108/2019 festgehalten, dass eine Abweichung von rund 4 Prozent im Grundsatz nicht wesentlich ist, im konkreten Fall aber dennoch einen Grundlagenirrtum bejaht, weil die Vermieterschaft exakte Flächen genannt und den Mietzins danach bemessen hatte.
Immer dann, wenn die Fläche in ein Dokument einfliesst, an dem sich jemand rechtlich festhalten lassen muss: Mietvertrag, Kaufvertrag, Baueingabe, Stockwerkeigentum, Nebenkostenschlüssel. RoomView360 liefert dafür einen bemassten PDF-Plan im Massstab 1:100 als Add-on. Für rechtlich verbindliche Flächen ist zusätzlich eine fachlich zuständige Stelle beizuziehen — Ingenieur-Geometer, Architektin oder Immobilienschätzer.
Beschreiben Sie Ihre Liegenschaft. Wir melden uns am selben Werktag mit einer Festpreis-Offerte und einem Drehtermin. Keine Callcenter, kein Verkaufsdruck.